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St. Mariä Aufnahme in den Himmel

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Seit 1552 wurde in der heutigen Apostelkirche lutherisch Gottesdienst gehalten. Zu dieser Zeit gab es gelegentlich Katholiken in der Ebbegemeinde. Die Zahl der Katholiken stieg nur langsam an. Bedingt durch die Arbeitslosigkeit nach dem ersten Weltkrieg suchten die Menschen Arbeit in der Landwirtschaft und Kleineisenindustrie. 1934 wurden in Herscheid 3 Arbeitsdienstlager mit 220 Arbeitsmännern errichtet und wenig später fand der erste katholische Gottesdienst mit 50 Katholiken nach über 300 Jahren statt. Diesen führte Vikar Josef Bartholme aus Lüdenscheid in der Wehrhalle. 1939 wurde mit 5 Kindern die erste Erstkommunion gefeiert.

Der Ort der Gottesdienste wechselte im Laufe der Jahre. Ausstattungsgegenstände, wie Bänke und Beichtstuhl, wurden gestiftet. 1944 stieg die Zahl der Gläubigen durch Evakuierte und Ausgebombte rapide an und der Raum für die Gottesdienste wurde zu eng. Ein Grundstückstauschgeschäft sollte in Erwägung gezogen werden und wurde erst 1945 nach unerwarteten Schwierigkeiten mit den Behörden rechtskräftig. Die Amerikaner schenkten Herscheid im Jahr 1945 eine Baracke. Major Miller unterzeichnete am 26.05.1945 folgenden Schriftsatz: "Dieser Priester hat die Erlaubnis, eine ungenutzte Baracke abzubauen und als Kapelle in Herscheid aufzustellen. Die Baracke steht in Lettmecke." Mit 10 Männern wurde die abgebrochene Baracke auf Wagen verladen und nach Herscheid gebracht, wo sie dann Ende 1945 aufgestellt wurde. An Weihnachten jedoch wurde durch einen Orkan alles wieder zerstört. Im August 1946 stand wieder alles und der Bau der Nordkirche wurde vollendet.

Durch den Zuzug Heimatvertriebener wuchs die Zahl der Gläubigen auf 600. Im Jahr 1951 kam ein 120 Pfund schweres Stahlglöckchen, welches erbettelt wurde, nach Herscheid. Für das Glöckchen war aber ein Turm erforderlich, welcher am 31. Oktober 1951 errichtet wurde. Am 1. Advent konnte dann die "Marien-Glocke" das neue Kirchenjahr einläuten. Zur Mitternachtsmesse staunten die Gläubigen über die erste Krippe. Ein Breslauer Künstler wurde 1952 dazu beauftragt, die Wände des Altarraumes zu schmücken. Im Laufe der Jahre sammelte sich die gependete Ausstattung in Form von neun Bänken und einer Orgel. Eine Kapelle und eine Wohnung für einen eigenen Geistlichen wurden vom bischhöflichen Bauamt genehmigt und am 09.11.1961 erteilte das Bistum die Baugenehmigung. Drei Tage später fand der letzte Gottesdienst in der Baracke statt. Die liebgewordene Notunterkunft wurde schweren Herzens aufgegeben. In der Bauzeit stellte das Presbyterium die Apostelkirche für Gottesdienste zur Verfügung. Am 04.11.1962 wurde die liturgische Feier zur Grundsteinlegung der Kirche "St. Mariä Aufnahme in den Himmel" vollzogen. Die beiden Grundsteinplatten erhielten das Schriftwort: "Einen anderen Grund kann niemand legen, als den, der gelegt ist! Jesus Christus!" Diese Inschrift befindet sich heute an der Wand des Kirchengebäudes.  

Der lange Winter verzögerte den Bau. Erst im September 1963 konnten Bänke, Kreuze, Türen, Orgel und die von einem Künstler angefertigte Tabernakel angebracht werden. Bis Mitternacht waren Frauen und Männer mit den Außenarbeiten und Putzen beschäftigt. Am 21.09.1963 traf Weihbischof Julius Angerhausen zur Konsekration ein. Eine Woche später feierten 10 Kinder ihre Erstkommunion in der neuen Kirche. Die Katholiken hatten mit ihrer neuen Kirche nun ihren eigenen und hart erkämpften Gemeindemittelpunkt. Im Herbst 1965 stiftete eine Familie das große Mosaikkreuz an der Wand hinter dem Altar.

8 Jahre nach der Konsekration war das Gotteshaus renovierungsbedürftig. Die westliche Außenwand wurde neu abgedichtet und die Sakristei nach Osten hin vergrößert. Im November erhielt die "Marien-Kirche" eine neue Kirchenglocke. Im Laufe der Jahre wurden Traditionsveranstaltungen eingeführt. Hierzu zählen Pfarrkarneval, Sternsingen und Fußballfahrten. Im Jahr 1978 waren neue Renovierungsarbeiten nötig. Ende 1978 wurde das neue Pfarrhaus errichtet. Am 30.03.1980 wurden zwei neue Kirchenglocken eingeweiht, welche durch Spenden erworben werden konnten. Ein Lüdenscheider Kunstschmied hatte einen neuen Tabernakel angefertigt und für den Ambo die Zehn Gebote und den Tanz um das Goldene Kalb, als Zeichen des Friedens mit den Mitmenschen, ausgewählt. Am 10.05.1980 konnte dann wieder Gottesdienst gefeiert werden.

Im Altarraum wurden im Jahr 1985 zwei Ikonen aufgestellt, die von griechischen Mönchen auf dem Berg Athos gemalt wurden. Eines dieser Heiligenbilder ist über 100 Jahre alt. Im Jahr 1988 schenkte sich die katholische Kirchengemeinde zum 25. Geburtstag einen neuen Taufstein aus Muschelkalkblöcken. 

In den 90er Jahren wurde ein Neuerung eingeführt. Mädchen durften Messdienerinnen werden. Tonnenweise Lebensmittel und Kleider wurden für Rumänien gesammelt, welche der zu dieser Zeit aktive Pfarrer persönlich in siebenbürgische Elendsgebiete brachte.

Die katholische Kirchengemeinde Herscheid ist in den letzten Jahren durch den Zuzug von Neubürgern und deutschstämmigen Aussiedlern stark gewachsen. Seit 1997 steht kein eigener Pfarrer mehr zur Verfügung. Herscheid wird eine eigenständige Pfarrei bleiben, die pastoral von der St.-Laurentius-Gemeinde in Plettenberg mitbetreut wird. Wenn die Zeiten auch wieder schwerer werden, so ist die kleine Kirchengemeinde doch zu einer starken Gemeinschaft gewachsen, die auch ohne weltlichen Boten Gottes überleben wird. 

 

 

 

Gottesdienst:

sonntags: 09:45 Uhr
mittwochs: 15:00 Uhr

 

Ansprechpartner:

 

Elisabeth Klaes

 

Gartenstr. 25

58849 Herscheid

 

Tel: 02357 / 2502

Fax: 02357 / 4982

 

E-Mail: elisabeth.klaes@web.de

 

 

 

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